Lengfelder Vereine sollen umziehen

Für Lengfeld und Dünzling ging es im Gemeinderat von Bad Abbach am Dienstag um Räumlichkeiten für die Bürger und die Vereine.

Quelle: Mittelbayerische – Gabie Hueber-Lutz

BAD ABBACH. Die Entscheidungen fielen mit knappen Ergebnissen – nach Diskussionen. In Dünzling wird das alte Schulhaus abgerissen. Stattdessen soll hier ein Bau entstehen, wie ihn die Vereine bereits im letzten Jahr gefordert und geplant haben. In Lengfeld wird der Mehrzweckraum zu einer Kindergartengruppe umgebaut. Im Gegenzug wird das danebenliegende alte Feuerwehrhaus für die Bürger und Vereine auf Vordermann gebracht. Die Ankündigung, dass die Gemeinde vorübergehend den Mehrzweckraum für eine weitere Kindergartengruppe braucht, hatte in Lengfeld offensichtlich Aufruhr ausgelöst. Stellvertretender Bürgermeister Christian Hanika hatte daraufhin mit den Lengfelder Vereinen eine intensive Diskussion. Das Mehrzweckgebäude werde vielseitig genutzt, machten die Lengfelder geltend. Vorübergehend mit verschiedenen Gruppen zum Wirt, ins neue Feuerwehrhaus, ins Sportheim oder nach Teugn auszuweichen sei nicht möglich. Also sei man zu der Lösung gekommen, das danebenliegende alte Feuerwehrhaus zu ertüchtigen. 50 000 Euro standen als Summe dafür im Raum. Das sei auf jeden Fall wesentlich billiger als für die Kindergartenkinder einen Container aufzustellen und auch nachhaltiger, so Hanika. Bei vielen Ratsmitgliedern stieß das aber auf zum Teil sehr harsche Kritik. Anika Baumeister (iNBA/Grüne) war der Meinung, dass die Nutzer des Gebäudes für den begrenzten Zeitraum von eineinviertel Jahren durchaus in die anderen Örtlichkeiten ausweichen könnten. Elfriede Bürckstümmer (SPD) sagte, die Lengfelder hätten ein „Luxusproblem“. In Dünzling gebe es nichts, kein Wirtshaus, nicht mal einen Schulungsraum für die Feuerwehr. Die Lengfelder hätten dagegen sehr viel. Mit der gleichen Berechtigung könnten Oberndorf und Poikam auch kommen. Man solle eine Zusammenkunft mit allen machen und dann werde Tacheles geredet, so Bürckstümmer. Josef Hofmeister (CSU) war verwundert über die Vorstandschaften der Lengfelder Vereine. In Peising bräuchte man die Gemeinde nicht, um so ein Problem zu lösen. Josef Geitner (FW) machte sich vehement stark für die Lengfelder Vereine. Sie kämpften seit Jahren für eine Art Mittelpunkt. Und immerhin ginge es da um einen Ortsteil mit 2000 Leuten. Die vorgeschlagenen Ausweichorte seien alle nicht möglich. Auch Konrad Obermüller (Zukunft) sagte, Lengfeld sei groß und es gebe viele Aktivitäten hier. Man dürfe das Engagement der Vereine hier nicht mit Füßen treten. Es ginge hier auch um den Dorffrieden. Dafür solle man das vergleichsweise wenige Geld in die Hand nehmen. Bürgermeister Ludwig Wachs war der Meinung, dass man den sanierten Raum sowie immer brauchen könne. Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können. Anmelden Mit 12:11 Stimmen fiel die Entscheidung knapp für eine Sanierung des alten Feuerwehrhauses aus. Die Kosten wurden auf 60 000 gedeckelt. Die Entscheidung, den Mehrzweckraum zum Kindergartenraum zu machen, fiel einstimmig. In Dünzling bekommen die Vereine nun ein Dorfgemeinschaftshaus, denn dort gibt es keinerlei Möglichkeiten mehr, sich zu treffen. Planer Johann Künzel hatte vorab Konzepte für die Sanierung des Bestandsgebäudes sowie für einen Neubau vorgestellt. Bei Kosten von knapp 1,4 Millionen Euro wäre das Haus zu sanieren. Dabei würden auch noch zwei Sozialwohnungen entstehen. Ein kleinerer Neubau mit 370 Quadratmetern Nutzfläche wäre inklusive zweier Wohnungen auf 972 000 Euro gekommen. Gegen Wohnungen in einem Vereinsgebäude wurden viele Stimmen laut. Bereits im letzten Jahr hatten die Vereine sich für eine andere Planung von Künzel stark gemacht, die auch einen Neubau am Gelände der jetzigen alten Schule vorsieht. Das Gebäude soll zirka 600 000 Euro kosten und sogar das Feuerwehrauto soll darin noch Platz finden, führte Ortssprecher Walter Blabl aus. Erich Wagner (Aktive Bürger) schlug in eine ganz andere Kerbe: Er beantragte, dass die Vereine das selbst finanzieren und bezuschusst werden wie andere Vereine auch, die bauen. Nur vier Räten befürworteten diesen Antrag. Für die Sanierung des alten Schulhauses stimmten 10 Räte. Und für die Planung der Dünzlinger Vereine die Mehrheit von 15 Räten. 

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